💚 Erstveröffentlicht: 23.04.2021 | Zuletzt aktualisiert: 02.03.2026
Die häufigste Frage, die mir in Beratungen gestellt wird, lautet: „Was soll ich eigentlich posten?“
Meistens fehlen nicht die Themen. In jedem Unternehmen passieren täglich Dinge, die für Kunden oder Bewerber interessant sein können. Es gibt Fragen aus Beratungsgesprächen, abgeschlossene Projekte, neue Mitarbeiter, besondere Arbeitsabläufe, Erfahrungen und jede Menge Fachwissen.
Was fehlt, ist eine klare Content-Planung.
Wer jeden Tag neu entscheidet, was veröffentlicht werden soll, verbraucht unnötig Zeit und Energie. Am Ende wird gar nichts gepostet oder schnell irgendein Bild veröffentlicht, damit auf dem Kanal wieder etwas passiert.
Eine durchdachte Content-Planung nimmt diese täglichen Entscheidungen ab. Sie schafft eine verlässliche Struktur, ohne unflexibel zu machen.
In diesem Leitfaden zeige ich dir, wie du einen realistischen Content-Plan entwickelst, einen Redaktionsplan erstellst und passende Tools für die Content-Planung auswählst.
Dabei geht es nicht darum, möglichst viel zu veröffentlichen. Es geht darum, die richtigen Inhalte für die richtigen Menschen zu planen.
Was bedeuten Content-Planung und Content Marketing?
Content bedeutet übersetzt zunächst nur „Inhalt“. Zur Content-Planung gehören alle Überlegungen rund um die Inhalte, die dein Unternehmen veröffentlicht.
Du legst fest, welche Themen du aufgreifst, wen du erreichen möchtest, welches Format passt, auf welchem Kanal ein Beitrag erscheint und welches Ziel damit verfolgt wird.
Was ist Content-Marketing?
Content-Marketing bedeutet, mit hilfreichen, relevanten und gut geplanten Inhalten Vertrauen aufzubauen und Menschen auf dein Unternehmen aufmerksam zu machen.
Dabei geht es nicht nur um Werbung oder direkte Verkaufsbeiträge. Guter Content beantwortet Fragen, erklärt Zusammenhänge, zeigt Erfahrung und hilft deiner Zielgruppe bei konkreten Problemen.
Das können beispielsweise sein:
- Social-Media-Posts
- Blogartikel
- Videos
- Newsletter
- Infografiken
- Beiträge im Google-Unternehmensprofil
Erfolgreiches Content-Marketing sorgt dafür, dass dein Unternehmen regelmäßig sichtbar wird. Potenzielle Kunden und Kundinnen lernen deine Arbeitsweise kennen und erinnern sich an dich, wenn sie später eine Leistung brauchen oder eine Kaufentscheidung treffen.
Was gehört zur Content-Planung?
Bei der Content-Planung entscheidest du im Voraus:
- Welche Themen möchtest du ansprechen?
- Welche Zielgruppe möchtest du erreichen?
- Welches Ziel verfolgt der Beitrag?
- Auf welcher Plattform soll er erscheinen?
- Welches Format passt zum Thema?
- Wer übernimmt die Erstellung?
- Wann soll der Beitrag veröffentlicht werden?
- Ist eine Freigabe erforderlich?
- Was soll der Leser oder die Leserin anschließend tun?
Content-Planung bedeutet also nicht, freie Felder in einem Kalender zu füllen. Es geht um strategische Planung, klare Zuständigkeiten und Inhalte, die auf deine Unternehmensziele einzahlen.
Genau das wird in kleinen Unternehmen häufig unterschätzt.
Oft wird veröffentlicht, was gerade verfügbar ist: ein Foto vom Firmenwagen, ein Hinweis auf geänderte Öffnungszeiten oder ein schnell gestalteter Werbebeitrag. Dazwischen passiert mehrere Wochen lang nichts.
Das ist verständlich. Social-Media-Marketing läuft im Alltag häufig nebenher. Trotzdem solltest du nicht bei jedem neuen Beitrag wieder bei null anfangen.
Warum ist Content-Planung sinnvoll?
Eine strukturierte Planung spart Zeit und schafft Übersicht. Sie hilft dir, deine Social-Media-Aktivitäten mit deinem Marketing zu verbinden, statt einzelne Beiträge ohne erkennbare Richtung zu veröffentlichen.
Besonders für Soloselbstständige, Handwerksbetriebe und Familienunternehmen ist eine effiziente Content-Planung unerlässlich. Es gibt meistens keine eigene Redaktion. Inhalte müssen zusätzlich zum Tagesgeschäft entstehen.
Eine gute Planung hilft dir dabei:
- regelmäßig sichtbar zu bleiben
- saisonale Themen rechtzeitig aufzugreifen
- Kampagnen und Angebote vorzubereiten
- mehrere Social-Media-Netzwerke zu koordinieren
- Aufgaben an mehrere Personen zu verteilen
- vorhandene Inhalte mehrfach zu nutzen
- Veröffentlichungszeiten im Blick zu behalten
- Stress bei der Content-Erstellung zu reduzieren
- Reichweite und Ergebnisse später besser auszuwerten
Content-Planung spart vor allem deshalb Zeit, weil nicht jedes Thema, jeder Text und jedes Bild spontan entstehen muss.
Du kannst Inhalte gebündelt vorbereiten, Aufgaben verteilen und mehrere Beiträge aus einem guten Thema entwickeln. So wird die redaktionelle Planung zu einem echten Arbeitsinstrument und nicht zu einer weiteren lästigen Aufgabe.
Ziele für deine Content-Strategie definieren
Bevor du einen Redaktionsplan erstellst, solltest du klären, was deine Inhalte für dein Unternehmen erreichen sollen.
„Wir wollen mehr posten“ ist kein Ziel.
Auch „Wir brauchen mehr Reichweite“ greift zu kurz. Eine hohe Reichweite kann hilfreich sein. Sie bringt dir aber wenig, wenn du Menschen erreichst, die sich weder für dein Angebot interessieren noch zu deiner Zielgruppe gehören.
Mögliche Ziele sind:
- passende Kundenanfragen erhalten
- als Experte oder Expertin in deiner Region wahrgenommen werden
- neue Mitarbeiter und Auszubildende ansprechen
- Vertrauen bei potenziellen Kunden und Kundinnen aufbauen
- eine neue Leistung bekannt machen
- Veranstaltungen oder Seminare füllen
- Newsletter-Anmeldungen gewinnen
- Besucher auf die Website führen
- bestehende Kunden und Kundinnen informieren
Ein Unternehmen kann mehrere Ziele verfolgen. Trotzdem muss nicht jeder Beitrag alles gleichzeitig leisten.
Ein Beitrag kann Wissen vermitteln. Ein anderer zeigt dein Team. Ein weiterer macht auf ein konkretes Angebot aufmerksam.
Diese Mischung sorgt dafür, dass dein Content abwechslungsreich bleibt und trotzdem ein gemeinsames Ziel verfolgt.
Welche Inhalte sind für deine Zielgruppe relevant?
Eine erfolgreiche Content-Strategie beginnt nicht mit der Frage: „Was möchte ich erzählen?“ Sie beginnt mit der Frage: „Was hilft den Menschen, die ich erreichen möchte?“
Dafür musst du keine künstlichen Zielgruppenprofile mit erfundenen Namen, Hobbys und Lieblingsmarken erstellen. Viel wichtiger ist, dass du die tatsächlichen Fragen, Probleme und Erwartungen deiner Kunden und Kundinnen kennst.
Frage dich:
- Warum kommen Kunden und Kundinnen zu mir?
- Welche Fragen werden immer wieder gestellt?
- Was verstehen Interessenten und Interessentinnen häufig falsch?
- Welche Bedenken verhindern eine Anfrage?
- Was möchten Bewerber und Bewerberinnen über meinen Betrieb wissen?
- Welche Unterschiede zwischen meinen Leistungen muss ich erklären?
- Welche Erfahrungen bieten meiner Zielgruppe einen echten Mehrwert?
Die besten Themen liegen häufig bereits auf deinem Schreibtisch.
Sie stecken in:
- E-Mails
- Beratungsgesprächen
- Angeboten
- Bewertungen
- Kommentaren
- Reklamationen
- Telefonaten
- Gesprächen mit Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen
Wenn du dieselbe Frage mehrfach beantwortest, solltest du daraus neuen Content erstellen.
Aus einer einzigen Kundenfrage können beispielsweise ein Blogbeitrag, ein kurzes Video, ein Social-Media-Post und ein Beitrag für das Google-Unternehmensprofil entstehen.
Vom Jahreskalender zum konkreten Content-Plan
Eine effiziente Content-Planung beginnt nicht bei der einzelnen Woche. Starte mit dem gesamten Jahr und arbeite dich anschließend von groß nach klein vor.
So behältst du die Übersicht und vermeidest, dass wichtige Termine oder saisonale Themen untergehen.
Schritt 1: Jahreskalender erstellen und Ressourcen grob planen
Für die erste Content-Planung brauchst du kein aufwendiges System. Ein Jahreskalender auf einer DIN-A4-Seite reicht oft vollkommen aus.
Trage zuerst die großen und festen Termine ein:
- Urlaube und Betriebsferien
- Schulferien und Feiertage
- Saisonzeiten und besonders arbeitsreiche Monate
- Messen, Märkte und Veranstaltungen
- Tage der offenen Tür
- Firmenjubiläen
- Produkteinführungen
- Seminare und Vorträge
- geplante Aktionen und Kampagnen
- Bewerbungs- und Ausbildungszeiträume
Schulferien sind dabei wichtiger, als viele Unternehmen denken. In dieser Zeit sind Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Urlaub, Kunden und Kundinnen schlechter erreichbar oder Familien haben andere Themen im Kopf. Gleichzeitig können sich je nach Branche besondere Chancen ergeben.
Anschließend planst du grob deine Ressourcen:
- Wann stehen welche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zur Verfügung?
- Wer kann Fotos oder Videos aufnehmen?
- Wer kann Informationen aus dem Betrieb liefern?
- Wann hast du selbst Zeit, Content zu erstellen?
- In welchen Monaten ist im Tagesgeschäft besonders viel los?
- Wann bleibt realistisch Zeit für Blogartikel, Newsletter oder Social-Media-Posts?
Genau dieser Punkt wird in vielen Redaktionsplänen vergessen. Es werden Beiträge eingeplant, ohne zu prüfen, wer sie eigentlich erstellen soll.
Wenn im Juli die halbe Mannschaft Urlaub hat und gleichzeitig Hochsaison ist, wirst du wahrscheinlich keine aufwendige Videoreihe produzieren. Dann sollte der Content vorher vorbereitet oder bewusst einfacher geplant werden.
Eine gute Jahresplanung verbindet deshalb Themen, Termine und verfügbare Menschen miteinander.
Du musst zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen, welchen Instagram-Beitrag du am 17. September veröffentlichst. Es reicht, wenn du die großen Themen und Zeiträume erkennst.
Als Abonnentin oder Abonnent meines Newsletters bekommst du außerdem Zugang zu meiner Schatzkiste. Dort findest du praktische Vorlagen, mit denen du unter anderem deine Content-Planung strukturieren und deine Themen übersichtlich vorbereiten kannst. Newsletter abonnieren und Zugang zur Schatzkiste erhalten.
Schritt 2: Eine Monatsplanung erstellen
Im nächsten Schritt überträgst du die relevanten Jahresthemen in eine Monatsübersicht.
Jetzt wird aus der groben Jahresplanung ein konkreterer Content-Plan. Du entscheidest, welche Themen in diesem Monat wichtig sind und welche Unternehmensziele sie unterstützen.
Eine Monatsplanung kann beispielsweise enthalten:
- ein fachliches Schwerpunktthema
- ein Angebot oder eine Leistung
- einen Einblick in den Betrieb
- eine häufige Kundenfrage
- ein Mitarbeiter- oder Bewerberthema
- einen passenden Blogartikel
- einen Newsletter
- Beiträge für das Google-Unternehmensprofil
So entsteht ein ausgewogener Content-Plan, der nicht nur aus Werbung besteht.
Schritt 3: Mehrere Wochen konkret vorausplanen
Für die meisten kleinen Unternehmen ist es sinnvoll, Beiträge für vier bis sechs Wochen konkret voraus zu planen.
So hast du genug Vorlauf für:
- Fotos
- Videos
- Texte
- Abstimmungen
- Freigaben
- Gestaltung
- Veröffentlichung
Gleichzeitig bleibst du flexibel, wenn sich Termine verschieben oder aktuelle Themen hinzukommen. Ein guter Redaktionskalender verbindet Vorbereitung mit Spielraum.
Mit dem 3-Säulen-Modell passenden Content erstellen
Wenn du beim Themenfinden immer wieder hängen bleibst, hilft eine klare Grundstruktur.
In meinen Beratungen arbeite ich gern mit drei Themen-Säulen: Expertise, Persönlichkeit und Angebot. Diese drei Bereiche lassen sich auf nahezu jedes kleine Unternehmen übertragen.
1. Expertise zeigen
Hier zeigst du, was du weißt und wie du arbeitest.
Geeignete Inhalte sind:
- praktische Tipps
- häufige Fehler
- Schritt-für-Schritt-Anleitungen
- Antworten auf Kundenfragen
- Erklärungen zu Arbeitsabläufen
- Vorher-Nachher-Beispiele
- Einblicke in Projekte
- Einschätzungen zu Entwicklungen in deiner Branche
Diese Art von Content zeigt deine Erfahrung. Du musst dafür nicht kompliziert schreiben. Wer ein schwieriges Thema verständlich erklären kann, beweist seine Fachkenntnis besonders überzeugend.
2. Persönlichkeit und Arbeitsalltag zeigen
Menschen möchten wissen, mit wem sie es zu tun haben.
Geeignete Themen sind:
- dein Team
- dein Arbeitsalltag
- deine Werte
- Weiterbildungen
- Veranstaltungen
- besondere Situationen im Betrieb
- Entscheidungen und Veränderungen
- Geschichten hinter einem Projekt
- Einblicke hinter die Kulissen
Persönlichkeit bedeutet nicht, dass du dein gesamtes Privatleben zeigen musst. Du entscheidest selbst, welche Einblicke zu dir und deinem Unternehmen passen. Ein Unternehmen darf menschlich wirken, ohne dass jeder private Moment veröffentlicht wird.
3. Angebote sichtbar machen
Natürlich darfst du verkaufen.
Viele Unternehmen sprechen entweder ständig über ihre Angebote oder fast gar nicht. Beides ist problematisch.
Als Orientierung können direkte Verkaufsbeiträge etwa 20 Prozent deiner Inhalte ausmachen. Die genaue Verteilung hängt von deinem Angebot, deiner Zielgruppe und deinen Zielen ab.
Auch hilfreiche Inhalte unterstützen den Verkauf. Wer regelmäßig Fragen beantwortet, gute Beispiele zeigt und seine Arbeitsweise erklärt, baut Vertrauen auf. Genau dieses Vertrauen kann später den Ausschlag für eine Anfrage geben.
Welches Format passt auf welchen Kanal?
Nicht jede Art von Content passt in jedes Format. Und nicht jeder Beitrag funktioniert auf jeder Plattform gleich gut.
Ein Thema darf mehrfach verwendet werden. Trotzdem solltest du es an das jeweilige Netzwerk und die Erwartungen der Nutzer und Nutzerinnen anpassen.
Kurzvideos und Reels
Kurzvideos eignen sich besonders für:
- Einblicke in den Arbeitsalltag
- kurze Tipps
- Vorher-Nachher-Situationen
- Antworten auf häufige Fragen
- Mitarbeiter-Vorstellungen
- kleine Erklärungen
Ein verständliches Handyvideo mit gutem Ton ist oft wirkungsvoller als ein aufwendig produzierter Werbefilm.
Karussell-Posts und Infografiken
Ein Karussell-Post besteht aus mehreren Seiten, durch die der Nutzer oder die Nutzerin weiterblättern kann.
Dieses Format eignet sich für:
- Schritt-für-Schritt-Anleitungen
- Checklisten
- häufige Fehler
- Gegenüberstellungen
- mehrere Tipps
- ausführlichere Erklärungen
Auch einfache Infografiken können komplexe Zusammenhänge verständlich und übersichtlich darstellen.
Fotos
Fotos funktionieren besonders gut bei:
- Teamvorstellungen
- Projektergebnissen
- Veranstaltungen
- Einblicken in den Betrieb
- neuen Produkten
- besonderen Momenten
Ein Foto sollte eine Geschichte erzählen oder eine Information unterstützen. Das beliebige Bild vom Firmengebäude ohne Zusammenhang reicht meistens nicht aus.
Storys
Storys eignen sich für spontane und aktuelle Einblicke:
- Was passiert heute?
- Wer arbeitet gerade woran?
- Welche Frage kam eben von einem Kunden oder einer Kundin?
- Wie sieht ein bestimmter Arbeitsschritt aus?
- Was passiert hinter den Kulissen?
Storys müssen nicht vollständig im Social-Media-Plan stehen. Wiederkehrende Ideen kannst du trotzdem im Voraus sammeln.
Blogartikel und Newsletter
Blogbeiträge bieten Platz für ausführliche Erklärungen. Sie können über Suchmaschinen gefunden werden und stärken deine fachliche Positionierung.
Ein Newsletter erreicht Menschen, die bereits Interesse an deinem Unternehmen haben. Du bist dabei weniger von einer einzelnen Plattform abhängig.
Ein guter Blogbeitrag kann außerdem als Grundlage für viele weitere Inhalte dienen.
Google-Unternehmensprofil
Für regionale Unternehmen gehört das Google-Unternehmensprofil fest in den Redaktionsplan.
Viele potenzielle Kunden und Kundinnen sowie Bewerber und Bewerberinnen suchen nicht zuerst in den sozialen Medien. Sie suchen bei Google nach:
- einer Leistung
- einem Betrieb
- einer Telefonnummer
- Öffnungszeiten
- Bewertungen
- einer freien Stelle
Trotzdem wird dieses digitale Schaufenster bei der Content-Planung häufig vergessen. Gerade für kleine und regional arbeitende Unternehmen kann das Google-Unternehmensprofil einer der wichtigsten Kanäle sein.
Content mehrfach nutzen und effizient planen
Guter Content muss nach einer Veröffentlichung nicht im Archiv verschwinden.
Ein ausführlicher Blogartikel kann die Grundlage für mehrere Social-Media-Posts sein. Ein Video kann zusätzlich in einer Story verwendet werden. Aus einer Kundenfrage kann ein Newsletter-Tipp entstehen.
Das wird häufig als Content-Recycling bezeichnet. Gemeint ist die sinnvolle Weiterverwendung vorhandener Inhalte.
Ein möglicher Ablauf sieht so aus:
- Du veröffentlichst einen ausführlichen Blogbeitrag.
- Daraus erstellst du einen Karussell-Post mit fýnf Tipps.
- Einen Tipp erklärst du zusätzlich in einem kurzen Video.
- Im Newsletter greifst du das Thema erneut auf.
- Für dein Google-Unternehmensprofil nutzt du einen regional relevanten Aspekt.
- Einige Wochen später beantwortest du eine häufige Rückfrage in einer Story.
So entsteht aus einem guten Thema eine kleine Kampagne.
Wichtig ist, die Inhalte an das jeweilige soziale Netzwerk anzupassen. Überall wortgleich denselben Text zu veröffentlichen, ist keine durchdachte Content-Planung.
Mehrfachnutzung bedeutet nicht, überall alles identisch zu veröffentlichen. Sie bedeutet, ein gutes Thema sinnvoll weiterzudenken.
Einen Redaktionsplan erstellen: Diese Angaben gehören hinein
Ein Social-Media-Redaktionsplan muss nicht kompliziert sein.
Für den Anfang reichen folgende Spalten:
- Veröffentlichungsdatum
- Thema
- Ziel
- Zielgruppe
- Kanal
- Format
- verantwortliche Person
- Bearbeitungsstatus
- benötigte Bilder oder Videos
- Freigabe
- Handlungsaufforderung
Eine einfache Übersicht könnte so aussehen:
| Datum | Thema | Ziel | Kanal | Format | Zuständig | Status |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 5. August | Häufiger Kundenfehler | Vertrauen aufbauen | Instagram und Facebook | Karussell-Post | Anna | Text fertig |
| 8. August | Einblick in ein Projekt | Arbeitsweise zeigen | Instagram, Facebook und Google | Foto mit Text | Martin | Bild fehlt |
| 12. August | Freie Ausbildungsstelle | Bewerbungen erhalten | Google, Instagram und Facebook | Kurzvideo | Anna und Leon | in Erstellung |
Der Redaktionsplan zeigt nicht nur, wann etwas veröffentlicht wird.
Er macht auch sichtbar:
- Wo fehlen noch Informationen?
- Wer muss ein Bild liefern?
- Welcher Text ist noch nicht fertig?
- Welche Freigabe steht aus?
- Welcher Beitrag wurde bereits eingeplant?
Je mehr Personen beteiligt sind, desto wichtiger werden klare Zuständigkeiten.
Der beste Redaktionsplan ist nicht der umfangreichste. Es ist der Plan, der im Unternehmen tatsächlich genutzt wird.
Tools für die Content-Planung
Du brauchst nicht jedes Tool, das gerade empfohlen wird.
Ein kompliziertes Planungstool, das niemand pflegt, hilft dir nicht. Wähle eine Lösung, die zu deinem Unternehmen, deinem Team und deinem Arbeitsablauf passt.
Excel oder Google Sheets
Für Soloselbstständige und kleine Teams reicht eine einfache Tabelle häufig aus.
Die Vorteile:
- schnell eingerichtet
- flexibel anpassbar
- übersichtlich
- ohne lange Einarbeitung nutzbar
- kostenlos oder bereits vorhanden
- bei Google Sheets gemeinsam bearbeitbar
Ein Redaktionsplan in Excel oder Google Sheets ist deshalb für viele Unternehmen ein guter Start. Du kannst die Tabelle jederzeit erweitern, wenn sich dein Ablauf verändert.
Trello
Trello arbeitet mit digitalen Karten und Spalten. Das Tool kann hilfreich sein, wenn mehrere Personen an der Planung und Erstellung beteiligt sind.
Mögliche Spalten sind:
- Ideen
- in Vorbereitung
- Text erstellt
- Freigabe erforderlich
- eingeplant
- veröffentlicht
So lässt sich der gesamte Arbeitsablauf gut verwalten und koordinieren.
Lomavis
Lomavis eignet sich für die Planung und Veröffentlichung von Beiträgen auf mehreren Kanälen.
Vorbereitete Inhalte können zentral verwaltet und zu festgelegten Zeiten eingeplant werden. Das spart vor allem dann Zeit, wenn mehrere Plattformen regelmäßig bespielt werden.
Ein solches Tool ersetzt aber nicht die eigentliche Content-Strategie. Es hilft dir dabei, den fertigen Plan effizient umzusetzen.
Canva
Canva unterstützt dich bei der visuellen Erstellung von:
- Social-Media-Posts
- Karussell-Beiträgen
- Storys
- Infografiken
- Titelbildern
- kurzen Videos
Mit festen Vorlagen und hinterlegten Gestaltungselementen musst du nicht jedes Design neu aufbauen. Das spart Zeit und sorgt gleichzeitig für einen einheitlichen Auftritt.
ChatGPT und andere KI-Tools
KI-Tools können dir beim Brainstorming, bei der Themenfindung und bei ersten Textentwürfen helfen.
Sie ersetzen aber weder deine Erfahrung noch deine Persönlichkeit. Prüfe jeden Entwurf. Ergänze echte Beispiele. Entferne allgemeine Aussagen. Formuliere so, wie du auch mit deinen Kunden und Kundinnen sprechen würdest.
Ein ungeprüfter KI-Text ist noch kein guter Unternehmensbeitrag.
Tools kostenlos testen oder direkt bezahlen?
Viele Tools für die Content-Planung bieten eine kostenlose Version oder einen Testzeitraum an. Bevor du ein kostenpflichtiges Abonnement abschließt, solltest du diese Fragen durchdenken:
- Welche Funktionen brauchst du wirklich?
- Wie viele Nutzer und Nutzerinnen sollen damit arbeiten?
- Welche Netzwerke werden unterstützt?
- Wo werden die Daten gespeichert?
- Passt das Tool zu deinem Arbeitsablauf?
- Wird dein Team es tatsächlich nutzen?
- Lässt es sich später wieder einfach kündigen?
Mehr Funktionen führen nicht automatisch zu einer effizienteren Content-Planung. Ein einfaches System, das genutzt wird, ist wertvoller als eine umfangreiche Software, in der niemand den Øberblick behält.
Einen Workflow für Content-Planung und -Erstellung festlegen
Ein Redaktionsplan funktioniert nur, wenn klar ist, wie aus einer Idee ein fertiger Beitrag wird. Definiere deshalb einen einfachen Workflow – das bedeutet einen festen Arbeitsablauf, den alle beteiligten Personen kennen.
Zum Beispiel:
- Themen werden gesammelt.
- Eine verantwortliche Person wählt die nächsten Beiträge aus.
- Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen liefern Bilder und Informationen.
- Text und Gestaltung werden erstellt.
- Fachliche Aussagen werden geprüft.
- Die Freigabe erfolgt bis zu einem festen Termin.
- Der Beitrag wird eingeplant.
- Kommentare und Nachrichten werden beantwortet.
- Die Ergebnisse werden ausgewertet.
Sätze wie „Das könnte mal jemand posten“ führen meistens dazu, dass es niemand macht.
Lege deshalb fest:
- Wer sammelt Themen?
- Wer erstellt Texte?
- Wer macht Fotos oder Videos?
- Wer gibt Inhalte frei?
- Wer plant die Veröffentlichung?
- Wer reagiert auf Kommentare und Nachrichten?
Hilfreich ist ein fester Termin für die Content-Erstellung. Das kann ein gemeinsamer Termin pro Monat oder ein kurzer Block pro Woche sein.
Produziere Inhalte möglichst gesammelt. Wenn die Kamera bereits aufgebaut ist, kannst du direkt mehrere Videos aufnehmen. Wenn ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin ein Projekt fotografiert, sollte nicht nur ein einzelnes Bild entstehen.
So entstehen nach und nach eigene Bild- und Videoarchive, auf die du bei der weiteren Planung zurückgreifen kannst. Das nennt sich Batch-Content – gebündeltes Erstellen von Inhalten an einem Stück.
Wie oft solltest du Content planen und veröffentlichen?
Qualität schlägt Quantität. Regelmäßigkeit schlägt aber den kurzen Aktionismus.
Drei gute Beiträge pro Woche sind besser als sieben beliebige Beiträge und anschließend vier Wochen Pause.
Für viele kleine Unternehmen sind zwei feste Beiträge pro Woche ein realistischer Anfang.
Ein einfacher Social-Media-Plan könnte so aussehen:
- zwei Beiträge pro Woche
- spontane Storys aus dem Arbeitsalltag
- ein Blogbeitrag oder Newsletter pro Monat
- regelmäßige Beiträge im Google-Unternehmensprofil
Das ist kein allgemeingültiges Gesetz. Ein Restaurant hat andere Möglichkeiten als ein Unternehmen mit langen Projektlaufzeiten. Ein Betrieb mit mehreren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen kann Aufgaben anders verteilen als ein Soloselbstständiger oder eine Soloselbstständige.
In meinen Beratungen plane ich deshalb nicht nach dem Motto: „Du musst jeden Tag posten.“ Wir schauen gemeinsam, was im Alltag tatsächlich machbar ist.
Ein kleiner Content-Plan, der dauerhaft funktioniert, ist besser als ein ehrgeiziger Plan, der nach zwei Wochen zusammenbricht.
Content auswerten und laufend optimieren
Erfolgreiche Content-Planung endet nicht mit der Veröffentlichung. Schau dir regelmäßig an, welche Inhalte funktionieren und welche nicht.
Interessante Kennzahlen können sein:
- Reichweite
- Reaktionen
- Kommentare
- gespeicherte Beiträge
- geteilte Beiträge
- Klicks auf die Website
- Profilaufrufe
- Newsletter-Anmeldungen
- direkte Nachrichten
- Anfragen
- Bewerbungen
Die größte Reichweite ist nicht automatisch das beste Ergebnis. Ein Beitrag mit 500 Aufrufen und drei passenden Anfragen kann wertvoller sein als ein lustiges Video mit 20.000 Aufrufen, das niemanden zu deinem Angebot führt.
Frage dich bei der Optimierung:
- Welches Ziel hatte der Beitrag?
- Hat er dieses Ziel erreicht?
- Welche Themen hatten die größte Relevanz?
- Welches Format hat gut funktioniert?
- Welche Inhalte führten zu konkreten Reaktionen?
- Was sollte beim nächsten Mal anders laufen?
Eine monatliche Auswertung reicht für viele kleine Unternehmen aus. Was funktioniert, machst du häufiger. Was dauerhaft nicht funktioniert, wird verändert oder gestrichen.
Am Ende des Jahres lohnt sich zusätzlich ein Jahresrückblick. So erkennst du, welche Themen, Formate und Kanäle wirklich auf deine Ziele eingezahlt haben. Wie das geht, zeige ich dir im Artikel zum Social-Media-Jahresrückblick.
Häufige Fehler bei der Content-Planung
Viele Redaktionspläne scheitern nicht an fehlenden Ideen. Sie scheitern an einer unrealistischen Umsetzung.
Zu viele Plattformen gleichzeitig
Du musst nicht auf jeder Plattform aktiv sein. Wähle die Social-Media-Netzwerke aus, auf denen deine Zielgruppe tatsächlich unterwegs ist und die du zuverlässig bedienen kannst.
Ein ordentlich gepflegter Kanal ist besser als fùnf halbherzig betreute Profile.
Der Redaktionskalender ist zu voll
Ein Plan ohne freie Flächen erzeugt neuen Druck. Plane realistisch und rechne damit, dass im Unternehmensalltag etwas dazwischenkommt.
Es werden nur Werbebeiträge veröffentlicht
Menschen folgen keinem Unternehmen, um ständig Werbung zu sehen. Zeige Fachwissen, Persönlichkeit, hilfreiche Informationen und konkrete Angebote in einer sinnvollen Mischung.
Es fehlt eine klare Handlungsaufforderung
Überlege bei jedem Beitrag, was der Leser oder die Leserin anschließend tun soll. Eine klare Handlungsaufforderung sollte immer zum Inhalt passen.
Soll er oder sie:
- den Beitrag speichern?
- eine Frage beantworten?
- einen Termin vereinbaren?
- die Website besuchen?
- den Newsletter abonnieren?
- sich auf eine Stelle bewerben?
KI-Texte werden ungeprüft veröffentlicht
KI kann bei der Erstellung unterstützen. Sie liefert aber nicht automatisch korrekte, individuelle oder glaubwürdige Inhalte. Prüfe Aussagen und ergänze deine eigene Erfahrung.
Das Google-Unternehmensprofil wird vergessen
Gerade für regionale Unternehmen ist Google häufig einer der wichtigsten Kontaktpunkte. Das Profil gehört deshalb fest in die Content-Strategie und in deinen Redaktionsplan.
Fragen zur Content-Planung
Wie weit sollte ich Content vorausplanen?
Die Jahresplanung darf grob sein. Die konkrete Planung für einzelne Beiträge ist vier bis sechs Wochen im Voraus meist sinnvoll. Damit hast du ausreichend Vorlauf und bleibst trotzdem flexibel.
Wie kann ich einen Redaktionsplan kostenlos erstellen?
Du kannst deinen Redaktionsplan mit Excel, Google Sheets oder einer einfachen Tabelle erstellen. Für den Einstieg brauchst du kein kostenpflichtiges Planungstool.
Was gehört in einen Content-Plan?
Mindestens diese Angaben:
- Thema
- Ziel
- Zielgruppe
- Kanal
- Format
- Datum
- Bearbeitungsstatus
Bei mehreren beteiligten Personen kommen Zuständigkeit, Freigabe und benötigte Materialien hinzu.
Kann ich denselben Inhalt auf allen Plattformen veröffentlichen?
Das Grundthema darf auf mehreren Plattformen genutzt werden. Passe Einstieg, Textlänge, Format und Handlungsaufforderung aber an das jeweilige Netzwerk an.
Wie finde ich relevante Themen?
Sammle Fragen aus Gesprächen, E-Mails, Bewertungen, Kommentaren und Beratungssituationen. Ergänzend zeigen dir die Statistiken deiner Plattformen, was deine Zielgruppe wirklich interessiert.
Brauche ich für jeden Kanal einen eigenen Redaktionsplan?
Nicht unbedingt. Du kannst alle Social-Media-Präsenzen in einem gemeinsamen Redaktionsplan verwalten. Wichtig ist, dass klar erkennbar ist, welcher Inhalt auf welchem Kanal und in welchem Format veröffentlicht wird.
Fazit: Effiziente Content-Planung muss zu deinem Unternehmen passen
Erfolgreiches Content-Marketing entsteht nicht durch möglichst viele Beiträge. Es entsteht durch relevante Inhalte, eine klare Richtung und eine Planung, die im Alltag tatsächlich umgesetzt werden kann.
Du brauchst keinen perfekten Content-Kalender und keine komplizierten Tools. Du brauchst Klarheit:
- Was möchtest du erreichen?
- Wen möchtest du ansprechen?
- Welche Themen passen zu deinem Unternehmen?
- Welche Plattform kannst du zuverlässig bedienen?
- Wie viel Zeit steht wirklich zur Verfügung?
- Wer übernimmt welche Aufgabe?
Genau an diesen Punkten setze ich in meiner Arbeit als Social Media Lotsin an. Gemeinsam erstellen wir keine theoretische Strategie für die Schublade. Wir bauen eine praktische Struktur auf, die zu deinem Unternehmen, deinen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen und deinen vorhandenen Ressourcen passt.
Du sollst anschließend selbst in der Lage sein, deinen Content strategisch zu planen, einen Redaktionsplan zu führen und deine Social-Media-Posts zuverlässig umzusetzen.
Erstgespräch für deine Social-Media-Beratung vereinbaren
Du möchtest regelmäßig praktische Tipps zu Social Media, Google, Content-Planung und digitalem Marketing erhalten?