Interview Alexander von Uslar-Gleichen

21. Juni 2023

Geschrieben von: Indra Zahner

Wer bist du und was macht dein Unternehmen?

Mein Name ist Alexander von Uslar-Gleichen. Unsere Familie stammt aus der Region zwischen der Stadt Uslar und der Gemeinde Gleichen, südöstlich von Göttingen.

Da wir seit Generationen hier verwurzelt sind und die Region in meinem Blut liegt, ist meiner Frau und mir aufgefallen, dass die kleinen regionalen Unternehmen hier viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommen. Zwar sieht man hin und wieder ein Schild oder eine gelegentliche Erwähnung in der Zeitung, aber es fehlt an einer lebendigen Darstellung ihres Tuns und Warums.

Deshalb haben wir beschlossen, eine Plattform ins Leben zu rufen, die sich genau damit beschäftigt, anderen Menschen diese Unternehmen und ihr Tun vorzustellen. Da Zeitungen nicht das Medium waren, das wir nutzen wollten und wir auf Social Media kaum Präsenz dieser Unternehmen sahen, haben wir uns für Social Media entschieden. Wie wir alle wissen, werden dort viele Unternehmen gesehen. Jedoch bleiben gerade die kleinen Unternehmen, die kaum Zeit für Marketing haben, oft im Verborgenen. Daher haben wir das Interesse an einer solchen Plattform abgefragt und festgestellt, dass sowohl Unternehmer als auch die Menschen, die wir befragt haben, großes Interesse daran haben, solche Inhalte auf Social Media zu sehen.

So entstand unsere Idee und wir setzen sie seit einigen Jahren um. Wir erstellen kurze und unterhaltsame Videofilme, manchmal nur zehn Sekunden lang, aber auch gerne drei bis vier Minuten. Damit stellen wir neue Unternehmen vor, die dann Mitglied in unserer regionalen Marketinggemeinschaft werden.

Es ist schön zu sehen, dass wir mittlerweile rund 80 solcher Mitglieder haben, auf die wir immer wieder hinweisen dürfen. Obwohl wir kein Verband oder Verein sind, bringen wir die Mitglieder zusammen und vermitteln ihnen ein Gefühl der Zusammengehörigkeit. Auf diese Weise verbinden wir sie miteinander und informieren Monat für Monat in regelmäßigen kurzen Filmen über ihre Aktivitäten. Selbst während der Zeit von Corona haben wir dies fortgesetzt und es ist auf positive Resonanz gestoßen.

Was sind drei Hashtags die dich beschreiben?

#lebensfroh
#weltoffen
#verlässlich

Warum bist du auf Social Media?

Wir nutzen Social Media, um gezielt Aufmerksamkeit für unsere Mitglieder zu generieren. In der Vielfalt der Plattformen haben wir die Möglichkeit, unsere Botschaften wirkungsvoll zu vermitteln. Persönlich nutze ich kein Social Media. Der entscheidende Unterschied liegt darin, dass wir als Organisation das Tun unserer Mitglieder hervorheben und somit auf sie aufmerksam machen.

Aber beispielsweise die Privatsphäre von Indra Zahner im Freibad würde ich niemals öffentlich präsentieren wollen, denn das ist ihr persönliches Leben. Wo es für die Mitglieder von Regiolanda privat ist, ziehen wir uns zurück. Und auch in meinen persönlichen Angelegenheiten halte ich mich zurück. I

ch gehöre nicht zu den Personen, die beispielsweise ein Foto von einem Teller Spaghetti posten würden. Das liegt nicht in unserer Kernbotschaft. Wir möchten den Menschen draußen zeigen, welche großartigen Unternehmer und Unternehmen wir hier haben und wie sie arbeiten. Aber das private Leben dieser Personen möchten wir nicht herausstellen. Das ist der wesentliche Unterschied.

Was ist deine Lieblingsnetzwerk?

Mein bevorzugtes Netzwerk ist tatsächlich Facebook, obwohl ich zugeben muss, dass es eine ambivalente Beziehung ist. Ich finde die Möglichkeit, sich über Facebook zu präsentieren, großartig. Obwohl oft gesagt wird, dass es schon längst aus der Mode gekommen ist, stimme ich dem nicht zu.

Facebook ist bei Weitem nicht totgeritten. Warum posten wir also so viel auf Facebook? Weil wir dort unser Zielpublikum erreichen können, das zahlungsfähig und in der Lage ist, sich bestimmte Dienstleistungen leisten zu können. Natürlich nutzen wir auch andere soziale Medien, aber Facebook ist das größte und aktivste Netzwerk, wenn auch manchmal herausfordernd. Es funktioniert nicht immer reibungslos.

Manche Dinge klappen nicht immer. Ich erinnere mich, dass jemand einmal sagte, stell dir vor, du warst das sogar. Facebook ist wie ein Körper, bei dem jemand am kleinen Zeh herumfummelt und die Auswirkungen, wenn man den Nerv trifft und der Rest des Körpers darauf reagiert. Es ist nicht vorhersehbar. Sogar diejenigen, die daran arbeiten, wissen es nicht genau. Daher sind die Auswirkungen manchmal sehr seltsam. Wenn dann auch noch fünf Leute gleichzeitig herumdoktern, kann es manchmal schwierig werden und plötzlich ist nichts mehr möglich, während gleichzeitig etwas völlig Neues entstehen kann.

Welche Probleme löst du für deine Kunden?

Unser Unternehmen bietet Lösungen im Bereich der Videofilme an. In der heutigen Zeit erfreuen sich bewegte Bilder großer Beliebtheit und werden auch von Plattformen wie Meta verstärkt unterstützt. Wir produzieren kurzweilige Videofilme, die die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Die meisten Menschen haben nicht die Zeit oder die Fähigkeit, solche Filme selbst zu erstellen. Daher helfen wir ihnen, dieses Zeitproblem zu lösen und ihre Ideen in professionelle Videos umzusetzen.

Wir übernehmen die Aufgabe, die sie zeitlich oft nicht bewältigen können. Auf diese Weise unterstützen wir sie bei der Bewältigung von Fragen wie der Nutzung von Social Media. Wir helfen ihnen dabei, den richtigen Kanal zu finden, das Timing zu optimieren und den Umgang mit sozialen Medien zu meistern.

Es gibt viele Experten wie Indra Zahner, die betonen, dass ein Marketingplan erstellt werden sollte. Wir stimmen dem zu und betonen die Bedeutung dieser Strategie. Allerdings müssen die Kunden auch die Zeit haben, diese Pläne umzusetzen. Selbst wenn sie es schaffen, ihre Videos zu erstellen, ist es wichtig zu bedenken, dass Reichweite nicht allein auf Wissen beruht. Wir unterstützen unsere Kunden dabei, ihre Inhalte auf die richtige Ebene zu bringen und die optimale Verbreitung zu erzielen.

Wer braucht deine Dienstleistung am meisten?

Unsere Dienstleistungen sind vor allem für Unternehmen konzipiert, die eine größere Präsenz in der Öffentlichkeit anstreben. Wir konzentrieren uns auf Unternehmen aus verschiedenen Branchen, mit Ausnahme der Politik, da wir uns nicht in diesem kontroversen Bereich engagieren möchten. Ebenso vermeiden wir natürlich jegliche Zusammenarbeit im pornografischen Sektor.

Grundsätzlich zielen wir darauf ab, Unternehmen dabei zu unterstützen, sich bekannter zu machen. Dabei haben wir auch große Unternehmen als Kunden, die deutschlandweit aktiv sind, aber ihre Produktion oder Fertigung in unserer Region ansässig haben. Oftmals sind diese Unternehmen hier vor Ort relativ unbekannt. Sie wünschen sich, dass die Menschen wissen, dass es sie gibt, dass ihr Standort hier ist und dass sie Steuern zahlen und Arbeitsplätze schaffen.

Obwohl ihre Produkte anderswo erhältlich sind, sind sie diejenigen, die sie tatsächlich hier herstellen. Daher ist unser Fokus darauf ausgerichtet, Unternehmen dabei zu helfen, in unserer Region, insbesondere in Südniedersachsen, sichtbar zu sein, da dies unsere Stärke ist und wo wir sehr aktiv sind.

Was sind deine drei Tipps?

  1. Privates Leben und Social Media trennen: Es ist wichtig, Social Media nicht übermäßig wichtig zu nehmen, insbesondere wenn es um dein privates Leben geht. Oftmals fühle ich mich überwältigt von den vielen Beiträgen und Inhalten, die überall auftauchen. Ich habe jedoch gelernt, dass ich viele Dinge tun kann, ohne dass ich Social Media zu persönlich nehme.
  2. Regelmäßig posten, aber nicht übermäßig: Es ist ratsam, regelmäßig Beiträge zu veröffentlichen, aber nicht zu übertreiben. Ich habe festgestellt, dass einige Unternehmen täglich oder sogar mehrmals täglich posten, was dazu führt, dass ich die Beiträge oft nur oberflächlich betrachte. Obwohl es für das Branding des Unternehmens wichtig sein kann, wirkt es sich negativ aus, wenn der Inhalt nicht interessant genug ist. Eine ausgewogene und durchdachte Posting-Frequenz ermöglicht es mir, aufmerksam zu bleiben und zu sehen, was ein Unternehmen präsentiert.
  3. Künstliche Intelligenz (KI) überdenken: Neben den vielen neuen Möglichkeiten und Informationen, mit denen wir heutzutage überflutet werden, ist KI ein aufkommendes Thema. In den Nachrichten und überall hört man Diskussionen darüber, ob KI eine Bedrohung darstellt oder nicht. Es ist wichtig, sich damit auseinanderzusetzen und zu prüfen, ob und wie es im Marketing für mein Unternehmen anwendbar ist. Es ist nicht notwendig, alles mitzumachen, aber es lohnt sich, interessiert zu bleiben und die potenziellen Vorteile von KI zu erkennen.

Was ist dein Lieblingswerkzeug oder Hilfsmittel?

Mein bevorzugtes Hilfsmittel ist mein iPhone. Es bietet mir eine Vielzahl an Möglichkeiten im technischen Bereich. Ein hochwertiges Werkzeug ist für mich unerlässlich, da ich stets auf dem neuesten Stand bleiben möchte. Dennoch entscheide ich nicht vorschnell, lediglich aufgrund einer neuen Ausgabe ein Upgrade durchzuführen. Ich informiere mich gründlich, ob eine Neuerung lohnenswert ist oder ob es sich lohnt, auf das nächste Modell zu warten, das meine Arbeit weiter vorantreibt.

Gibt es ein Mythos in deiner Branche?

Ja, in meiner Branche gibt es einen weit verbreiteten Mythos, dem immer wieder begegnet wird. Es wird fälschlicherweise angenommen, dass Insights zuverlässige Aussagen über die Reichweite ermöglichen. Dies ist jedoch ein großer Irrtum.

Vor nicht allzu langer Zeit wurde beispielsweise Indra Zahner von Meta empfohlen, dass kürzere Videos weiter verbreitet werden. Gleichzeitig erhielt ich die Information, dass ich unbedingt längere Videos erstellen sollte, da sie mehr Menschen erreichen würden. Wir haben uns darüber ausgetauscht und konnten darüber nur lachen.

Es ist erstaunlich, wie solche Behauptungen aufgestellt werden, denn ich habe selbst Beiträge geplant, die als geplant erfasst wurden, aber ich konnte sie nicht finden. Die Insights zeigten zwar, wie oft die Filme angesehen wurden, wie lange und für welche Dauer, aber wenn ich sie nicht finde, sind solche Informationen irrelevant. Es wurde also einfach nicht ausgestrahlt, obwohl die Insights dazu vorhanden waren.

Aus meiner Sicht ist das äußerst irreführend. Es gibt sicherlich bestimmte Bereiche, in denen solche Aussagen sinnvoll sein können, denke ich. Ich kann über Pixel gehen oder ein Unternehmen beauftragen, um die Reichweite genauer zu hinterfragen.

Im Allgemeinen würde ich jedoch sagen, glaubt nicht alles. Wir machen das genauso. Die Informationen, die wir haben, stammen von der Basis. Meine Frau spricht mich oft darauf an, dass man sieht, was wir tun, und das ist von großer Bedeutung. Wenn mir jemand sagt, dass es einen großartigen Käseproduzenten in Göttingen gibt und ich sehe, dass er im Harz parkt, dann werde ich definitiv dort meinen Käse kaufen. Solche Informationen sind für mich wertvoll und vertrauenswürdig. Alles andere ist wie im Nebel stochern und klingt zwar interessant, aber letztendlich kann ich dem nicht vertrauen. Ganz und gar nicht.

Was ist dein Motto?

Mein Motto lautet: „Genieße das Leben, denn es ist einmalig.“

Dieser Satz begleitet mich regelmäßig und erinnert mich daran, mich nicht von Frustration überwältigen zu lassen. Selbst wenn ich angesichts herausfordernder Umstände verzweifeln möchte, ermutigt mich mein Motto dazu, das Leben in vollen Zügen zu genießen. Es gibt keine zweite Chance, es besser zu machen.

Auch wenn ich an die Möglichkeit der Reinkarnation glauben sollte und in meinem nächsten Leben als Regenwurm oder Kaiser wiedergeboren werden könnte, weiß ich es nicht. Was ich jedoch weiß, ist, dass ich in diesem Moment bewusst lebe und das Beste aus meinem gegenwärtigen Leben machen sollte.

Alexander von Uslar-Gleichen

 

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Das Ganze Interview in voller Länge:

Alle meine Blogartikel findest du in meiner Blogübersicht.

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Indra Zahner

Der Autor

Indra Zahner ist studierte Diplom-Betriebswirtin (FH) mit dem Schwerpunkt Marketing & Tourismus. Bis 2014 war sie als Leiterin für Unternehmenskommunikation bei einem großen Versicherungsvermittler verantwortlich für die PR, das Reputationsmanagement sowie die Kunden- und Mitarbeiterkommunikation. 2015 machte sie sich in ihrer Harzer Heimat als Marketing-Beraterin selbstständig und begleitete mehr als 100 Unternehmen aus allen Branchen in die Social Media Welt. Seit 2018 wird ihre Beratung durch das Programm „Förderung des unternehmerischen Know How“ der BAFA und seit 2021 durch das Förderprogramm „Niedersachsen Digital aufgeLaden“ der NBank unterstützt.

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