So gelingt Mitarbeitergewinnung mit Facebook & Co.

2. März 2022

Geschrieben von: Indra Zahner

Fachkräfte fehlen

Wie gewinnen Unternehmen Mitarbeiter über Facebook & Co.? Egal in welcher Branche, von meinen Kunden höre ich immer, dass ihnen Mitarbeiter fehlen. Das Schlagwort „Fachkräftemangel“ ist in aller Munde. Unternehmen konkurrieren um Mitarbeiter – die Bewerber können sich attraktive Arbeitgeber aussuchen.

Hohe Akquisitionskosten

Das Schalten von Stellenanzeigen ist mit hohen Kosten verbunden – egal ob man klassische Zeitungswerbung schaltet oder in Stellenbörsen im Internet vertreten ist. Die Anzeigen wollen formuliert werden, Grafiken und Layout müssen erstellt werden und ggf. die Rechtsabteilung zur Prüfung konsultiert werden. Dazu kommen die Veröffentlichungskosten. Und meistens ist dieser Aufwand recht ergebnislos.

Mitarbeiter wandern ab

Doch nicht nur die die Besetzung neuer Stellen ist aufwendig. Es ist auch schwierig, Mitarbeiter zu binden. Eingearbeitete Mitarbeiter zeigen häufig auch wenig Loyalität dem Unternehmen gegenüber und wechseln schnell zu vermeintlich attraktiveren Arbeitgebern.

Faktoren der Arbeitgeberattraktivität

Was sind die Faktoren, nach denen sich Bewerber entscheiden? Es sind sicherlich nicht ausschließlich die rein wirtschaftlichen Faktoren. In Zeiten von Social Media recherchieren nicht nur die Personalentscheider im Netz den Bewerbern nach – umgekehrt erfolgt es ebenfalls. Und da sind Unternehmen überwiegend über recht statische Websites vertreten. Doch gerade soziale Netzwerke bieten eine einfache und direkte Kontaktaufnahme und geben einen Vertrauensvorschuss z.B. über Bewertungen.

Auch für bestehenden Mitarbeiter ist die Arbeitgeberattraktivität ein wichtiger Faktor. Sie bindet Mitarbeiter über Stolz und Zugehörigkeit loyal ans Unternehmen.

Unternehmenspräsenz in sozialen Netzwerken

Eine lebendige und gepflegte Präsenz in sozialen Netzwerken haben nur wenige Unternehmen. Dabei bietet sie viele Vorteile. Wichtig dabei ist es, die Ausgangssituation zu analysieren, die Ziele konkret zu planen und strategisch umzusetzten:

  1. auf Unternehmensseite
    • Was sind die Werte des Unternehmens?
    • Wie arbeitet das Unternehmen?
    • Was sind die Besonderheiten?
  2. auf der Mitarbeiter-/Bewerberseite
    • Was sind die Bedürfnisse der Mitarbeiter/Bewerber?
    • Was ist den Mitarbeitern/Bewerbern wichtig?
    • Was sind ihre Interessen/Motivation?

Aus diesen Grundkoordinaten entstehen Geschichten und Inhalte, die das Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber zeigen und die gerne vom Publikum gelesen und geteilt werden.

Das passende Netzwerk wählen

In den meisten Fällen ist Facebook eine gute Wahl für einen ersten Social Media Auftritt. In diesem sozialen Netzwerk sind 2019 rund 23 Mio. tägliche Nutzer allein in Deutschland mit einer Altersspanne zwischen 18 und 65 Jahren unterwegs. Die Nutzung erfolgt zu 90 % über mobile Endgeräte und erfolgt meistens bis 9 Uhr morgens und ab 17 Uhr abends (Quelle: allfacebook.de – Stand 12-2019).

Interaktive und unterhaltsame Inhalte

Soziale Netzwerke sollten so genutzt werden, wie sie gemeint sind: als unterhaltsame, interaktive Informationsquellen. Inhalte, die Spaß machen, den Arbeitgeber als sympathisch und professionell zeigen, werden gerne geteilt.

Damit das Erstellen der Beiträge Spaß macht und leicht fällt, gebe ich meinen Kunden Werkzeuge an die Hand und leite sie persönlich an. Dabei ist mir wichtig, dass ein regelmäßiger Workflow entsteht, der in den Arbeitsalltag passt und sich als Routine integriert.

 

Wertschätzung und Glaubwürdigkeit

Auf Mitarbeiterseite entsteht Stolz, wenn Leistungen gewürdigt (z.B. Firmenjubiläum) und Teamspirit gezeigt werden. Diese Beiträge teilen die Mitarbeiter gerne in ihrem Freundeskreis und für das Unternehmen entsteht social proof – also Glaubwürdigkeit und Vertrauen. Das ist eine wichtige Währung im Netz und gleichzeitig auch ein guter Schutz vor den vielgefürchteten „shit storms“. Denn wo viel Gutes berichtet wird, fallen negative Äußerungen nicht so stark ins Gewicht und man wird von den Fans/der eigenen Gemeinschaft (community) gerne verteidigt.

 

Transparenz und Sichtbarkeit

In Zeiten wo der Fachkräftemangel in aller Munde ist, sollten Firmen auch daran denken, Mitarbeiter zu halten und deren Potential als Unternehmensbotschafter zu nutzen. Soziale Netzwerke sind dazu bestens geeignet, weil sich Mitarbeiter und potentielle Bewerber dort bewegen. Über welche unternehmensrelevanten Inhalte und Themen dort gesprochen wird, kann das Unternehmen größtenteils selbst bestimmen. Sie sollten die positiven Nachrichten verbreiten nach der alten Marketing-Weisheit „Tue Gutes und rede drüber.“

Einfach irgendwas posten ist kein Weg. Vielmehr braucht es eine Analyse und eine geeignete Strategie um Mitarbeiter zu Fans zu machen und neue Mitarbeiter darüber zu finden. Man kann das auch Empfehlungs-Marketing nennen 😉

Eine rechtssichere Unternehmensseite auf Facebook und anderen Kanälen will strategisch angelegt und betrieben sein. Etliche meiner Kunden haben damit gute Erfahrungen gemacht und offene Stellen schnell besetzt. Die Resonanz auf Stellenausschreibungen über z.B. Facebook funktioniert dann gut, wenn dieses Posting gut eingebettet ist in einer Unternehmenschronik (Newsfeed/Timeline) mit vielen positiven Beiträgen.

Ein erfolgreiches Praxis-Beispiel ist Marion Klas.

 

Dieser Blog-Beitrag ist ursprünglich am 10.01.2019 auf socialmediabuero.de erschienen

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Indra Zahner

Der Autor

Indra Zahner ist studierte Diplom-Betriebswirtin (FH) mit dem Schwerpunkt Marketing & Tourismus. Bis 2014 war sie als Leiterin für Unternehmenskommunikation bei einem großen Versicherungsvermittler verantwortlich für die PR, das Reputationsmanagement sowie die Kunden- und Mitarbeiterkommunikation. 2015 machte sie sich in ihrer Harzer Heimat als Marketing-Beraterin selbstständig und begleitete mehr als 100 Unternehmen aus allen Branchen in die Social Media Welt. Seit 2018 wird ihre Beratung durch das Programm „Förderung des unternehmerischen Know How“ der BAFA und seit 2021 durch das Förderprogramm „Niedersachsen Digital aufgeLaden“ der NBank unterstützt.

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