Der Algorithmus ist das unsichtbare Regelwerk einer Plattform, das entscheidet: Welcher Content wird wem, wann und wie häufig angezeigt? Er ist der Grund, warum mancher Beitrag zehntausende Menschen erreicht und ein anderer kaum jemandem gezeigt wird.
Wie funktioniert ein Algorithmus?
Jede Plattform hat ihren eigenen, aber das Grundprinzip ist überall ähnlich: Der Algorithmus beobachtet, wie Nutzerinnen und Nutzer mit Inhalten interagieren – und zeigt mehr von dem, was gut funktioniert.
Konkret bedeutet das: Wenn viele Menschen deinen Beitrag liken, kommentieren, teilen oder lange anschauen, wertet der Algorithmus das als Signal. Er zeigt ihn dann mehr Menschen. Umgekehrt gilt: Wer weiterscrollt ohne Reaktion, sendet das Signal „nicht interessant“.
Was der Algorithmus bevorzugt
- Hohe Verweildauer (Menschen schauen lange auf deinen Beitrag)
- Speichern und Teilen (stärker als Likes)
- Kommentare – besonders längere, echte Reaktionen
- Konsistenz: wer regelmäßig postet, wird bevorzugt behandelt
- Neue Formate: Plattformen pushen oft neue Funktionen (aktuell z.B. Reels und Video)
Interessen- oder Kontaktalgorithmus – was ist der Unterschied?
Nicht alle Plattformen funktionieren gleich. Grob gibt es zwei Typen:
- Interessenbasiert (Discovery): Die Plattform zeigt dir Inhalte von Accounts, denen du gar nicht folgst – weil das Thema zu dir passt. Typisch für Instagram Reels, TikTok, Pinterest und YouTube. Vorteil: Du kannst damit komplett neue Menschen erreichen, die dich noch nicht kennen.
- Kontaktbasiert (Social Graph): Die Plattform zeigt vor allem Inhalte von Personen und Seiten, mit denen du bereits vernetzt bist. Typisch für LinkedIn und den klassischen Facebook-Feed. Hier zählt dein bestehendes Netzwerk mehr als Entdeckbarkeit.
Viele Plattformen mischen beide Ansätze: Instagram und Facebook zeigen dir im Feed vor allem Kontakte – auf der Entdecken-Seite und bei Reels greift der Interessenalgorithmus. Das erklärt, warum Reels eine viel größere Reichweite haben können als normale Beiträge.
Was das für dich bedeutet
Du musst den Algorithmus nicht verstehen wie ein Entwickler. Aber du solltest wissen: Nicht jeder deiner Follower sieht jeden deiner Beiträge automatisch. Im Schnitt werden Beiträge nur einem kleinen Teil deiner Community gezeigt – außer, er performt gut.
In meiner Beratung sage ich immer: Schreib für Menschen, nicht für den Algorithmus. Aber ignorier ihn auch nicht komplett.
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