EU AI Act – das europäische Gesetz zur Regulierung von KI

von Indra Zahner

Inhaltsverzeichnis

Der EU AI Act ist das weltweit erste umfassende Gesetz zur Regulierung von Künstlicher Intelligenz. Er gilt in allen EU-Staaten und stuft KI-Systeme nach ihrem Risiko ein.

Was regelt der EU AI Act?

Das Gesetz teilt alle KI-Anwendungen in vier Stufen ein – je nach dem, wie riskant ihr Einsatz ist:

  • Verboten – KI, die Menschen grundlegende Rechte verletzt. Beispiel: Social Scoring, also die automatische Bewertung von Menschen anhand ihres Verhaltens (wie in einigen anderen Ländern bereits Praxis). In der EU ist das nicht erlaubt.
  • Hohes Risiko – KI, die wichtige Entscheidungen trifft. Zum Beispiel in Bewerbungsverfahren, bei der Kreditvergabe oder in der Medizin. Hier gelten strenge Auflagen: Dokumentation, Tests, menschliche Kontrolle.
  • Begrenztes Risiko – KI, die mit Menschen interagiert. Zum Beispiel Chatbots – also Programme, die automatisch auf Nachrichten antworten. Hier gilt vor allem: Du musst kenntlich machen, dass kein Mensch antwortet.
  • Minimales Risiko – KI ohne besondere Auflagen. Zum Beispiel Spam-Filter oder Produktempfehlungen in Online-Shops. Für diese Anwendungen gelten keine besonderen Pflichten.

Was bedeutet das für Unternehmen, die KI nutzen?

Wer KI-Tools nutzt – zum Beispiel für Texte, Bilder oder Kundenservice – gilt laut EU AI Act als Betreiber. Das bringt konkrete Pflichten mit sich:

  • KI-generierte Inhalte müssen in bestimmten Fällen als solche gekennzeichnet werden (Transparenzpflicht).
  • Ein Mensch muss das Ergebnis prüfen, bevor es veröffentlicht wird (redaktioneller Vorbehalt).
  • Du brauchst ein Grundverständnis davon, welches KI-System du nutzt und wie es funktioniert.

Die meisten Social-Media-Anwendungen fallen in die Stufen mit geringem oder begrenztem Risiko. Trotzdem lohnt es sich, das Thema zu kennen – die Anforderungen wachsen.

Tipp: Genau hinschauen solltest du vor allem bei der Kennzeichnungspflicht – die gilt ab August 2026 verbindlich. Was das konkret für deinen Betrieb bedeutet, erkläre ich im Blogartikel: KI-Kennzeichnungspflicht nach Art. 50 KI-VO.

Hinweis: Dieser Glossar-Eintrag gibt einen allgemeinen Überblick – er ersetzt keine Rechtsberatung. Bei konkreten Fragen zur rechtlichen Situation deines Unternehmens empfehle ich, eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt hinzuzuziehen.

Mehr zum Thema: KI · Transparenzpflicht · Betreiber (KI-Kontext) · DSGVO

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